Der Reimkultur-Blog

In loser Folge nehmen wir hier Stellung zu Themen, die uns beschäftigen.

 
10. Dezember 2020

In eigener Sache

 

Bodo und Sven, Geschäftsführer von Reimkultur, sprechen über die derzeitige Situation von Bodos Firma Reimkultur kurz vorm Jahreswechsel.

Blick auf die Situation

BODO: Vorweg, auch wenn ich zu Beginn der Pandemie wie gelähmt war, kann ich mich derzeit über mangelnde Ideen nicht beklagen. Im Gegenteil, ich bin so produktiv wie lange nicht. Was mir jedoch schmerzlich fehlt, ist die Möglichkeit, diese Ideen mit Euch, meinem Publikum, zu teilen – und zwar live am selben Ort, in einem Konzertsaal oder Theater. Immerhin gibt es Streaming-Konzerte, davon habe ich in den letzten Monaten einige gegeben und hatte daran auch viel Freude, und ich hoffe, Ihr auch, aber sie können einen Live-Auftritt einfach nicht ersetzen. Und gerade meine Kunst lebt ja sehr von der Interaktion mit Euch.
Da sind die vielen Konzertverschiebungen einfach sehr traurig. Zum jetzigen Stand – Anfang Dezember – musste mein Booking-Team von allen Auftritten, die bis Ende 2020 geplant waren, 69 verschieben und weitere 14 ersatzlos absagen, also insgesamt 83 Auftritte. Ob die bisher geplanten Ersatztermine stattfinden dürfen, wissen wir nicht. Wir mussten aber inzwischen schon erste Ersatztermine ins Jahr 2022 schieben und weitere Verlegungen sind sehr wahrscheinlich.

#AlarmstufeRot

Und weil wir, die Künstler*innen und mit uns die gesamte Veranstaltungsbranche auf unsere Situation aufmerksam machen müssen, haben wir uns unter anderem beim Aktionsbündnis #AlarmstufeRot engagiert, denn ich denke, Live-Kultur ist im besten Fall eben nicht bloß Unterhaltung sondern Teil des demokratischen Diskurses und eine Selbstvergewisserung dessen, was uns als Menschen ausmacht und wie wir leben wollen. Was geschieht, wenn sie fehlt, brachte Herbert Grönemeyer in seiner Rede auf der ersten #AlarmstufeRot-Demo sehr treffend auf den Punkt:


"Ein Land ohne Live-Kultur ist wie ein Gehirn ohne geistige Nahrung, ohne Euphorie, Aufbruch, Lust, Diskurs, Lachen und Tanz. Es verdorrt, gibt Raum für Verblödung, für krude und verrohende Theorien, verhärtet und fällt seelenlos auseinander."


SVEN: Für uns war es sehr wichtig auf der Demonstration in Berlin im Oktober zu spüren, dass wir Teil eines großen Ganzen sind, dass wir mit unserem Problem nicht alleine dastehen. Die deutsche Kultur- und Kreativbranche ist extrem breit gefächert und sehr divers, und das ist an sich großartig. Dadurch fällt es ihr aber auch schwer, sich so zu formieren und aufzustellen, dass sie mit einer Stimme spricht, die all die Millionen darin Beschäftigten repräsentiert und deutlich machen kann, dass es hier um entsprechend viele Arbeitsplätze geht. Zusammengenommen ist die Kulturbranche der mit Abstand größte Arbeitgeber in Deutschland und überflügelt damit mit Leichtigkeit solche Zweige wie die Luftfahrt- oder Autoindustrie. Letztere braucht aber nur 3 Leute zur Kanzlerin zu schicken und schon ist sie komplett vertreten – eine gute Verhandlungsbasis.

Reimkultur – künstlerische Selbstbestimmtheit

SVEN: Viele von Euch wissen es sicherlich, aber ich fasse es hier noch einmal zusammen: Reimkultur ist die Basis für alle künstlerischen Aktivitäten von Bodo. Von dort aus wird von 12 Festangestellten und mit Hilfe von mehreren Freischaffenden alles geplant, koordiniert und durchgeführt, was nötig ist, um Bodo sicht- und hörbar werden zu lassen, seine Kunst öffentlich zu machen. Das reicht von der Produktion der CDs, Videos und Bücher über Lizenzierungen bis zum Vertrieb online und beim Konzert, vom Verbuchen der Auftritte und die Planung der Tour bis zum Ticketverkauf und schließt auch PR und Marketing mit ein. Es ist eine 360°-Betreuung, denn auch in künstlerischer Hinsicht kann Bodo sich jederzeit Rat und Unterstützung von seinen Mitarbeitenden holen.
Wenn also wie im letzten Jahr die Theaterstücke König Ödipus und Antigone im Hamburger Thalia Theater über die Bühne gehen, dann ist das alles bis ins kleinste Detail im Hause Reimkultur entstanden. Inklusive der DVD, die dabei gefilmt wurde.
BODO: Für mich ist es sehr wichtig, dass unser ganzes Tun im Zeichen größtmöglicher künstlerischen Selbstbestimmtheit steht.

Staatliche Fonds und Programme – Neustart Kultur

SVEN: Durch das Programm "Neustart Kultur" wurden viele Programme aufgestockt, die es ohnehin für künstlerische Produktionen in Deutschland gibt, z.B. die Initiative Musik oder der Fond darstellende Künste. Bei letzterem haben wir uns für die Produktion von Bodos erstem Musical beworben, das zusammen mit der Fine Arts Big Band in Berlin entstehen soll und unter die Corona-Räder zu geraten drohte. Erst im Januar werden wir eine Antwort erhalten.
Das Problem ist, dass das alles keine strukturellen Förderungen sind, sie erhalten nicht die Künstler*innen selbst am Leben, sondern man muss eine Umsetzungsidee haben, die dann gefördert wird, und das teilweise mit sehr langen Vorlaufzeiten. Bis das Geld ankommt, vergeht viel Zeit. Und wenn man es mal verhältnismäßig anschaut: in der Kreativ- und Kulturwirtschaft arbeiten mehr Menschen in diverseren Unternehmen als in der dividendenträchtigen Autoindustrie mit ihrer hocheffizienten Struktur. Und der stehen insgesamt bereits  5 Milliarden zur Verfügung, um über die Runden zu kommen. Die Kultur war schon vor der Krise kaputtgespart und viele Menschen in prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen, da ist es doch offensichtlich, dass ein Fünftel des Geldes kaum reichen wird.

Novemberhilfe & Überbrückungshilfe

SVEN: Wir werden keine Novemberhilfe erhalten, weil wir uns als sog. "Mischbetrieb" nicht dafür qualifizieren. D.h. unsere Diversifizierung, das 360°-Konzept, das ich beschrieb, wird hier zum Verhängnis. Wir müssten mit den Live-Auftritten mindestens 80% erwirtschaften. Das tun wir aber nicht, wir sind knapp darunter. Knapp darunter ist auch immer noch sehr viel für den Fall, dass es komplett wegbricht, wie jetzt. Das Aktionsbündnis #AlarmstufeRot hat bereits lautstark darauf hingewiesen, dass die Hürde zu hoch liegt.
Wir haben Geld aus der Überbrückungshilfe 1 im Sommer erhalten und rechnen uns darum einige Chancen bei der Überbrückungshilfe 2 aus. Damals gingen wir allerdings für den August leer aus. Denn im August waren unsere Einnahmen nicht um den notwendigen Prozentsatz gesunken. Kein Wunder, im August ist üblicherweise Sommerpause, wir haben auch 2019 kaum Geld in dieser Zeit verdient. Dass wir das dann normalerweise mit Einnahmen aus den gesamten 11 Monaten zuvor abfedern konnten, spielte beim Antrag keine Rolle.
Die Tücke steckt also immer im Detail. Z.B. dass es um Einnahmen statt Gewinne bei der Berechnung der Rückgänge geht. Wir verkaufen über unseren Online-Versandhandel auch die Produkte von Marc-Uwe Kling. Der hat im Oktober ein neues Buch veröffentlicht, das durch die Decke ging. Dass wir den allergrößten Teil dieser Einnahmen an ihn bzw. die von ihm finanzierten Projekte ausschütten und spenden, spielt für den Antrag keine Rolle. Insofern ist schon jetzt wieder fraglich, ob wir Hilfe für den Oktober bekommen. Oder Dezember, Stichwort Weihnachtsgeschäft.
Und nicht zu vergessen: es geht überhaupt nur um Zuschüsse zu Fixkosten! Wir können davon also z.B. die Miete für das Büro bezahlen und zusammen mit dem Kurzarbeitergeld ist das eine gute Sache. Aber wir müssten eben eigentlich in neue Produktionen und Produkte investieren, und dafür braucht es andere Mittel. Man hört und liest leider sehr oft, dass die Künstler*innen doch mal kreativ mit der Krise umgehen und neue Formate erfinden sollten. Gerne, aber von welchem Geld sollen sie das bezahlen?
Wir bei Reimkultur und Bodo sind in der glücklichen Lage, dass Ihr, Bodos Fans, uns Geld spendet, und zwar in solchem Umfang, dass wir davon wirklich etwas bewegen können. Aber Bodo hat eben auch in Euch eine sehr breite, sehr geneigte Gemeinschaft, die dazu bereit ist. Das haben nicht viele Künstler*innen!
BODO: Ein großer Glücksfall, ja! Wir haben entschieden, mit Euren Spendengeldern künstlerische Projekte zu realisieren, darüber haben wir ja schon am 30. November im Reimkultur-Blog berichtet. So kann ich Euch neue Inhalte präsentieren und gleichzeitig auch unsere freischaffenden Mitarbeitenden in Lohn und Brot bringen.

2021 Kurzarbeit und Ticketverkauf

SVEN: Offiziell wurde ja kürzlich die Überbrückungshilfe 3 für das Frühjahr 2021 angekündigt. Die wird auch bei uns dringend nötig sein, denn aktuell geht kaum jemand in der Branche davon aus, dass man bis zum Sommer 2021 regulär wird spielen können.
Wenn wir wirklich bis Sommer 2021, in dem dann vermutlich wieder Open-Air-Angebote möglich sein werden, vielleicht auch wieder für reguläre Gagen, durchhalten müssen, dann wird das mehr als ein Jahr ohne Einnahmen gewesen sein. Mit Glück können wir diesen Zeitraum überbrücken und die Arbeitsplätze alle erhalten, aber dann muss es wieder losgehen, sonst ist Reimkultur Geschichte.
Wir haben unsere Mitarbeitenden im Schnitt in 50% Kurzarbeit, allerdings jetzt über Weihnachten auch wieder hochgestuft. Es gibt einfach trotzdem viel zu tun, denn Bodo muss weiter im öffentlichen Bewusstsein bleiben. Er kann nicht einfach nicht auftauchen. Irgendwann wird es ja wieder losgehen und im besten Fall kann man vorher schon ein paar Karten verkaufen. Im Moment steht das alles still und das ist ein Teil der Katastrophe. Selbst wenn es morgen wieder losgehen könnte, würden Konzerte ausfallen müssen, weil seit März kaum noch jemand Karten für zukünftige Veranstaltungen kauft. Und schon jetzt gibt es unter den Veranstaltenden einen Run auf die Räume und Hallen im Jahr 2022, weil dann alle davon ausgehen, wieder zu spielen. Wenn wir nicht jetzt dort mitbieten und einen Plan schmieden, dann werden wir keine Auftrittsmöglichkeiten im Jahr 2022 haben. Die Frage, die sich aber allen stellt: Was oder wo spielen wir denn da? Denn wir wissen ja nicht einmal, wo wir 2021 gespielt haben werden, ob wir also in eine Stadt dann zum zweiten Mal fahren würden oder die x-te Verlegung dorthin durchführen. Das gesamte System der Künstlervermarktung ist außer Kontrolle geraten, und das wird langfristig noch viele Menschen ihre Arbeit kosten.

Geld ist ein soziales Gestaltungsmittel

BODO: Wenn ich jetzt zurückschaue, Mensch, Mensch, Mensch. Im März hofften wir alle, es würde im Sommer wieder losgehen. Im Sommer hofften wir auf den Winter. Und jetzt im Winter begraben wir die Hoffnung auf das nächste Frühjahr. Ich war froh um jeden Auftritt, der möglich war. Vor kleinem Publikum aufzutreten macht mir genau so viel Spaß wie vor großem. Und ich habe ja auch mal klein angefangen. Doch damals bestand Reimkultur auch nur aus mir und Sven und nicht dem ganzen heutigen Apparat. Einen Auftritt von mir zu veranstalten und damit in die schwarzen Zahlen zu kommen, war damals also viel einfacher und unaufwändiger.
SVEN: Aber es konnten eben auch keine Arbeitsplätze dadurch geschaffen werden so wie jetzt. Sie zu erhalten ist unser oberstes Ziel; Wirtschaft ist dazu da, Menschen einen Lebensunterhalt zu ermöglichen und Geld ein soziales Gestaltungsmittel, das ist unser Motto.
Mini-Auftritte sind keine Lösung und bislang eigentlich immer Geschenke der Veranstaltenden und Künstler an die Fans. Ich möchte Euch das einmal vorrechnen: Ein Auftritt vor einem Drittel des möglichen Publikums lässt sich einfach nicht wirtschaftlich abbilden, da sind die Kosten insgesamt viel höher als die möglichen Einnahmen. Damit niemand der Beteiligten Geld drauflegt, brauchte es vor Corona in der Regel eine Auslastung von 65-80%, so waren die Kalkulationen - es braucht einfach wirklich viel, um eine Veranstaltung durchzuführen, das bleibt alles unsichtbar, kostet aber Geld. Da ist also selbst mit 2/3 der möglichen Plätze nichts erreicht.

Neue Ideen

SVEN: Wir generieren 80% unserer Einnahmen über das Live-Geschäft. Und verkaufen unsere Bild- und Tonträger an Euch auch vorwiegend bei Live-Auftritten. Selbst wenn die Spendenbereitschaft bei Streaming-Konzerten punktuell hoch sein mag, ist damit das klaffende Loch leider nicht zu stopfen.
Wir denken nun in Richtung von Hörspielen und Buchprojekten. Auch vor dem Hintergrund von Bodos 25-jährigem Bühnenjubiläum im kommenden Jahr haben wir viele Ideen, deren Finanzierung nun offen ist. Gerade konnten wir das 3er-CD-Set mit den Aufnahmen der ersten Konzerte im Stadtpark veröffentlichen, da haben wir auf Archivmaterial zurückgegriffen.
BODO: Ich hatte für den Winter geplant, Privatkonzerte zu geben. Das Angebot stand nur kurz auf meiner Homepage zur Verfügung, wie Ihr vielleicht wisst, bis uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Jetzt versuchen wir es noch mal mit einem Online-Weihnachtsfeiern-Angebot und nach den Streaming-Konzerten und neu produzierten Videos sind weitere Dinge in der Planung, wie etwa ein Reboot meines Liebesliedgenerators im nächsten Jahr. Bleibt gespannt und uns gewogen!

 
 
30. November 2020

Eure Spenden - unsere Projekte - gemeinsame Freude

 

Eure Spenden - unsere Projekte - gemeinsame Freude

Seitdem wir Euch im August davon erzählt haben, wie weitreichend die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf den Betrieb von Reimkultur, unsere Einnahmesituation und das Auskommen unserer Mitarbeitenden und der vielen Freischaffenden, die für uns arbeiten, sind, haben wir eine enorm große Solidarität erfahren. Wir hatten Euch dazu eine Videobotschaft geschickt und geschrieben, nun wollen wir Euch davon berichten, wie wir die vielen Spenden einsetzen werden.

Einen guten Teil wollen wir für die Entwicklung und Umsetzung neuer Ideen einsetzen. Es gibt so einiges, was uns eingefallen ist, wie wir die Zeit ohne Auftritte überbrücken können, wozu es aber natürlich Geld braucht. Vieles davon werdet Ihr erst im neuen Jahr sehen können, doch einiges kommt auch jetzt schon heraus. Geholfen hat uns das Geld auch auf den letzten Metern der Produktion des CD-Sets "Abschied im Park". Es war das erste "Corona-Projekt", denn wir konnten es parallel zur Wandelmut-CD quasi komplett in Heimarbeit vervollständigen und nun mithilfe Eurer Spenden auch die Pressung in Auftrag geben. Sie halfen uns bei dieser Investition, denn langfristig soll sich das Produkt natürlich selbst refinanzieren, dann werden die Spenden auch wieder frei.

Als nächstes stehen einige Projekte im Zusammenhang mit dem kommenden Jubiläumsjahr von Bodo an, und auch die CD mit dem WDR Funkhausorchester, von der wir kürzlich berichteten, könnten wir ohne Eure Hilfe nicht zum Abschluss bringen. Denn noch immer fehlt ein Großteil der Einnahmen, und so müssten Investitionen eigentlich ausfallen. Aber zum Glück haben wir ja Euch!

Den größeren Teil Eurer Spenden geben wir als Direktzahlungen an unsere Mitarbeitenden und freien Selbständigen weiter. Vor allem letztere können natürlich jeden Euro gut gebrauchen, denn wie Ihr aus der Presse sicher wisst, ist denen bislang keine Unterstützung seitens der Regierung zuteil geworden. Erst mit den Novemberhilfen soll es endlich einen sog. fiktiven Unternehmerlohn geben, durch den z.B. unsere Techniker besser durch die Krise werden kommen können.

Doch selbst die Festangestellten merken die Kurzarbeit natürlich deutlich auf ihren Konten und so sind auch sie glücklich und dankbar über Eure Spendenbereitschaft. Zumal viele von Euch, die Kommentare zu ihren Spenden geschrieben haben, ausdrücklich Reimkultur, das Team, die Menschen hinter Bodo gemeint haben; das kommt an und erfüllt uns alle bei Reimkultur mit Freude und dem Gefühl, als Team getragen zu werden!

So wird aus der Freude für uns hoffentlich langfristig auch wieder eine Freude für Euch, indem Ihr schöne Dinge von Bodo sehen und hören werdet und - sobald es wieder geht - er selbst wieder mit und durch sein Team auf den Bühnen der Republik stehen wird! Danke, dass Ihr dabei seid, jetzt und später!

Herzlich
Sven und Bodo

 
 
25. November 2020

#Aktion Sendepause

 

Auch Bodo hat den offenen Brief unterzeichnet. Die Links im Text führen über Facebook, da der Aufruf dort verbreitet wurde.

Liebe TV- und Rundfunk Sendeanstalten, liebes Publikum,

wir wenden uns heute stellvertretend für unzählige KünstlerInnen und Kulturschaffende und im Namen der gesamten Veranstaltungsbranche mit der großen Bitte an Sie, uns zu unterstützen, indem sie uns eine symbolische “Schweigeminute” Ihrer Sendezeit schenken.
Damit wir ein gemeinsames, solidarisches Zeichen in die Welt senden! Denn es betrifft uns alle, wenn Kunst & Kultur fehlen.

Wir betonen, dass es uns mit dieser Aktion nicht um einen erneuten Aufruf zu finanzieller Unterstützung geht, denn wir wissen, dass hier bereits aktive Verhandlungen seitens des Bündnisses "Alarmstufe Rot" geführt werden.
An dieser Stelle möchten wir uns im Namen aller Betroffenen beim gesamten Team der „Alarmstufe Rot“ von ganzem Herzen für ihren unermüdlichen Einsatz bedanken. Unser Anliegen, weshalb wir Sie gezielt ansprechen, ist jedoch einer weiteren wichtigen Komponente geschuldet. Einer Komponente, welche durch den Wegfall von Kunst & Kultur einen mindestens ebenso erheblichen Schaden anrichtet, wie das Fehlen von etwaiger finanzieller Unterstützung. Wir sprechen hier von den psychischen und seelischen Auswirkungen. Den Auswirkungen, die mit keinem Geld der Welt geheilt werden können, wenn uns Kulturschaffenden die Luft zum Atmen fehlt und der gesamten Gesellschaft ihr "Klebstoff", ihr Resonanzgefüge, ihre Reibungs- und Reflexionsfläche, ihr Alltagsballastentsorger und so vieles mehr.

Kunst & Kultur sind "Ausdruck des menschlichen Daseins". Ohne sie und ohne den Austausch mit ihr und unseren Mitmenschen, auch außerhalb unserer eigenen vier Wände z.B. in der kleinen geliebten Bar, wo im Hintergrund schummrig Musik läuft, in den Theatern, den Konzertsälen, den Clubs, Opern, Festivals usw., verkümmern wir.

Denn, wohin mit all den ungelebten Emotionen?! Wir möchten hier das Kind beim Namen nennen: durch diese beispiellose Perspektivlosigkeit entstehen noch schneller Depressionen - die ersten vermehrten Suizide, auch in unserer Branche, gab es bereits. Und nicht jeder hat die Resilienz und Stärke, dies alles unbeschadet durchzustehen.

Gerade in Zeiten wie diesen ist unsere Gesellschaft auf Zusammenhalt, das Händereichen und das große Miteinander immens angewiesen. Die Starken stützen die Schwächeren. Und auch wir können und müssen unseren Beitrag hierzu leisten.Dafür braucht es natürlich ein gewisses Grundvertrauen in unsere Kompetenzen, in die Kraft unseres Wirkens, so wie sie auch anderen Branchen zugestanden und entgegengebracht wird. Es wurden seitens der Veranstaltungswirtschaft und der Gastronomie (zwei sehr professionellen Branchen) sehr gut funktionierende Hygienekonzepte erarbeitet, um zumindest ein Minimum an Kunst und Kultur und damit ein ansatzweise normales Leben für uns ALLE zu ermöglichen.
Nachweislich finden die meisten Infektionen eher bei unkontrollierten Zusammenkünften im privaten Rahmen statt – der Veranstaltungssektor trug bislang aber nur unwesentlich zum Infektionsgeschehen bei.

Wir, die wir keine Lobby haben, aber seit Beginn der Pandemie neben dem Hotel- und Gaststättengewerbe am massivsten unter den auferlegten Maßnahmen zu leiden haben und nun, nach dem erstmaligen Luftholen über die Sommermonate erneut komplett in die Knie gezwungen wurden, bitten Sie daher um Hilfe.

Die eingangs erwähnte “Schweigeminute” bzw ”Sendepause“ kann, wenn sie real wird, eine große Außenwirkung und Aufmerksamkeit für unser Anliegen erzielen, um zu versinnbildlichen, dass Kunst & Kultur vielleicht nicht im klassischen Sinne systemrelevant, aber dafür absolut gesellschaftsrelevant sind.

Darum richten wir unseren Appell an Sie:

Unterstützen Sie unser Anliegen, indem sie gemeinsam am Montag, dem 30.11.2020 bis zu einer Minute SENDEPAUSE (Radio: 8.15 Uhr / TV: 20.15 Uhr) einlegen.
Ebenso würden wir uns freuen, wenn Sie (wie bereits z.B das ZDF Morgenmagazin mit Dunja Hayali, der MDR - Mitteldeutscher Rundfunk mit seiner Kulturwoche oder Radio bigFM) Thementage oder -blöcke senden könnten, um auf unsere mehr als prekäre gesamtgesellschaftliche Situation aufmerksam zu machen.

Eine vergleichbare Aktion gab es in der Form noch nicht und wir könnten so ein sehr weitreichendes Zeichen setzen. Denn es würde zum Nachdenken anregen und birgt die Chance und Hoffnung, zu realisieren, was uns ALLEN verloren geht ohne Kunst & Kultur.
Wir erwarten von der Politik, dass sie sich (abgesehen von den finanziellen Lösungsansätzen) auch mit den bereits ausgearbeiteten Hygienekonzepten der Veranstaltungswirtschaft neu auseinander und mit den entsprechenden Vertretern unser Branche an einen Tisch setzt, um den Kulturschaffenden UND der Gesellschaft ein dauerhaftes Licht im Dunkeln zu ermöglichen.

An dieser Stelle möchten wir Till Brönner zitieren:

„Ich denke, es ist an der Zeit mal klarzustellen, worüber wir gerade sprechen. Denn hier geht es nicht um Selbstverwirklicher, die in Ihrer Eitelkeit gekränkt sind. Es geht um uns alle. (…) Und damit hier kein Mißverständnis aufkommt: Wir alle wollen uns schützen und geschützt werden vor diesem verdammten Virus. Aber wenn ein gesamter Berufszweig gezwungen ist, seine Arbeit zum Schutze der Allgemeinheit ruhen zu lassen, dann muss doch die Allgemeinheit auch dafür sorgen, dass diese Menschen nach Corona noch da sind!“

Und genau darum geht es! Wir brauchen dringend ein Zeichen an die Allgemeinheit. Und wir brauchen es JETZT! Denn wie Till Brönner weiter in seiner Brandrede sagte: „Wie wäre es, wenn einfach mal drei Tage der Ton abgedreht oder das Radio keine Musik spielen würde?“

In diesem Sinne erbitten wir von Ihnen lediglich eine Minute für uns ALLE und dies von ganzem Herzen und mit der höchstmöglichen Eindringlichkeit!

Denn schlussendlich sind Sie, liebe TV- und Rundfunksendeanstalten, ja auch Kulturschaffende und (Weiter-)Träger von Kunst & Kultur. Welche Radiosendung ohne Musik? Welcher Fernsehsender ohne Schauspiel und Unterhaltung durch uns KulturERschaffende?!

Deswegen - lasst uns ALLE GEMEINSAM ein ZEICHEN DER SOLIDARITÄT UND GEMEINSCHAFTLICHKEIT senden!

Von Herzen vielen Dank im voraus für jedwede Unterstützung!

Stellvertretend, im Namen unzähliger KünstlerInnen und Kunst- und Kulturschaffenden inklusive der zahlreichen Bereiche für die gesamte Veranstaltungsbranche, gezeichnet:

Für den Bereich U - Musik:

Alexander Klaws | Anni Perka | Alexander Hacke (neubauten.org) & Danielle de Picciotto | Alin Coen | Ali H | Alex Diehl | Beatsteaks | Baby Kreuzberg | BenjRose | Benson | Bengio | Bo Shannon | BRKN | Brunhilde | Chaoze One | Christian Bruhn | Celina Bostic | Christina Lux | Culcha Candela | Diane Weigmann | DONOTS | Enno Bunger | Fetsum | Finna | Flonske | Florian Galow | Géraldine Olivier | Hannes Wittmer | HÖHNER | Illute | Johanna Mross | Jovanka von Wilsdorf | Katja Ebstein | Klaus Spangenberg | Lanny Lanner | Lennart Schilgen | Liv Solveig | Liam Mour |@lotmusik | Luis Baltes | MALONDA | Maidline Aurie | Marusha | Marialy Pacheco | Matze Rossi | Max Buskohl | More Than Words Band | Molley | NKSN | Odeville | Pasquale Aleardi & Die Phonauten | Pelemele | Purple Schulz | Raketen Erna | REZET | Ronny Gander | Sarah Lesch | Sasha | Schrottgrenze | SCHWARZ | Sebastian Krumbiegel | sookee / Sukini | Stefanie Hertel | STOPPOK | Sonja Wiegand | Teesy | The Dead Lovers | The New Roses ...

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Für den Bereich Schauspiel/Theater, Autoren/Illustratoren, Comedians, Moderatoren, Radio & TV und Personen des öffentlichen Lebens:

Adina Vetter | Andreas Rebers | Anja Kling | Annette Frier | Bodo Wartke | Christine Prayon | Claus Theo Gärtner | Gaby Köster | Gregor Marstaller | Heiko Fischer | Henry Hübchen | Holger Stockhaus | Manfred Lehmann | Ilja Richter | Jasmin Tabatabai | @Jasmina Kuhnke | Jutta Speidel | Kai Schumann | Katja Riemann | Khalid Bounouar | Marie Bäumer | Maddin Schneider | Mehrdad Zaeri | @Micha Fritz u.a Millerntor Gallery| Michael Klich | Mirja Boes | Nadja Becker | Oliver Mascucci | Pasquale Aleardi | Ralf Richter | Rufus Beck | Sandra Borgmann | Simone Solga | Tahnee | Tea Loewe | Linus Volkmann ...

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Für den Bereich Klassik:

Barbara Senator - Soprano | Camilla Nylund | Christian Franz |
Constantin Trinks | Cornelius Meister | Daniel Behle | Dietmar Schwarz | Günther Broissböck | Hartmut Haehnchen | Henschel Quartett | Jörg-Andreas Bötticher | Kai Wessel | Maike Menningen | Maria Ricarda Wesseling | Marina Prudenskaya | Mennan Berveniku | Okka van der Damerau | Olga Scheps | Peter Konwitschny | Raed Jazbeh | Rainer Mühlbach | Simone Kermes | Stefan Mickisch | Thomas Rösner | Tobias Wolff | Tomas Netopil | Uwe Eric Laufenberg...

Diese Aktion wird u.a. unterstützt und befürwortet von:

#Kulturgesichter | Berlin Music Commission | Music Women Germany und der AlarmstufeRot - Initiativen & Verbände der Veranstaltungswirtschaft

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DOWNLOAD "Offener Brief":

https://drive.google.com/drive/folders/1yfb7pb-7kMT2aSoav2xmUZX_DULv4pBZ
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#alarmstuferot #ohneunsistsstill #WirvermissendieMusik
#ohneunswirdssstill #kulturerhalten #NeustartKultur #wirfüreuch #ihrfüruns #kunstundkultur #veranstaltungsbranche #veranstaltungswirtschaft

 
 
11. November

Radikalisierungsprävention

 

Heute hat Bodo sein Lied "Die heiligen Schriften 2.0" veröffentlicht. Dazu schreibt er in seinem aktuellen Elektrobrief folgendes:

"Ab sofort ist die Download-Single "Die heiligen Schriften 2.0" in meinem Online-Shop erhältlich und das Video in meinem Medienpool zu sehen. Die Veröffentlichung auf den üblichen Plattformen als Download & Stream folgt demnächst.
Thema meines Liedes sind die Buchreligionen, der fanatisch motivierte Missbrauch der heiligen Texte und der eine oder andere Ansatz zur Lösung.
Damit etwas gegen Verbrechen von religiösen Fanatikern getan werden kann, ist es wichtig zu verstehen, wie Extremismus entsteht. Was sind u.a. die gesellschaftlichen und sozialpsychologischen Aspekte? Der Verein INSIDE OUT bietet deutschlandweit Radikalisierungsprävention für Jugendliche und junge Erwachsene an. Ich halte diese Arbeit - durch Bildung, Forschung und Kunst präventiv zu wirken - für sehr unterstützenswert und spende daher alle Einnahmen aus dem Verkauf des Liedes an INSIDE OUT.

XGames

Eines der Angebote von INSIDE OUT ist XGames. XGames ist ein partizipatives LiveGame, in dem Jugendliche konfrontativ für die Methoden, Argumente und Denkweisen von extremistischen Gruppen und Systemen sensibilisiert werden. Manipulation und Wettbewerb ziehen die Teilnehmenden in einen „Trichter“ der Radikalisierung, aus dem zunächst kein Ausweg erscheint. In der anschließenden Reflexion werden das Erlebte und die eigenen Handlungen aufgearbeitet, um eine Immunisierung vor extremistischem Gedankengut zu erreichen. Die Zielgruppe sind Schüler*innen, Jugendliche und Erwachsene ab 15 Jahren. Der Zeitaufwand beträgt 4 Schulstunden oder 3 Stunden. Für die Lehrer*innen unter Euch - denn, wer sonst erreicht am besten die jungen Menschen - lohnt sich gewiss ein Blick auf die Website.
Die weiteren Angebote, wie den modularer Workshop zur Demokratieförderung oder das interaktive Theaterprojekt Die letzte Mission sowie Informationen zum Projekt Spiel.Raum für JVA-Insass*innen findet Ihr auch auf der Website".

Die Download-Single in Bodos Shop kaufen.

Das Video zum Lied im Medienpool anschauen.

Zur Website von Inside Out

Und hier noch zwei PDFs zu:

 

INSIDE OUT: XGames
FLYER XGames (PDF-Datei 1.463 KB)

INSIDE OUT: XGames mit Dialogsession
XG mit Dialogsession (PDF-Datei 65 KB)

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